Elefanten Kenia Elfenbein

Ist der Handel mit Elfenbein legal oder illegal?

Elefanten Kenia Elfenbein
Elefanten Kenia Elfenbein

Im engeren Sinne bezeichnet Elfenbein die Substanz der Stoßzähne von Mammuts, Elfenanten oder auch Nashörnern. Hierbei stellen die getöteten Elefanten die Hauptquelle des Elfenbeins dar. Fossiles Elfenbein hingegen stammt von den ausgestorbenen Mammuts.

Im weiteren Sinne versteht man unter Elfenbein auch das Zahnbein der Eck- und Stoßzähne von verschiedenen Säugetieren (z.B. Flusspferd, Narwal, Pottwal, Walross). Schon ewig handelt es sich bei dem weißen Gold um einen Werkstoff aus dem Schmuck- Und Gebrauchsgegenstände hergestellt werden. Durch die wachsende Weltbevölkerung und die daraus resultierenden wachsenden Ansprüche entstanden Probleme im Bezug auf das Elfenbein, da dieses besonders den Bestand des afrikanischen Elefanten bedroht.




Die Bedeutung des deutschen Wortes Elfenbein ist Elefantenknochen. Es stammt von dem lateinischen elephantus sowie dem griechischen ἐλέφας ab. Zunächst wurde damit das Material bezeichnet, ehe man es später, als die Römer und Griechen es kennenlernten, auch auf das Tier übertrug. Man bezeichnete es im alten Rom auch als indisches Horn, wo man es nutzte um Zahnersatz herzustellen.

In der Geschichte wurde das Elfenbein meist nur auf das Stoßzahnmaterial von Mammuts und Elefanten bezogen- Daher unterscheiden Antiquitätenhandel und Kunstgeschichte dieses und das andere Zahnmaterial voneinander. Im Artenschutz sind mit der Bezeichnung des Elfenbeins besonders die Stoßzähne der afrikanischen Elefanten gemeint.

Der Handel mit Elfenbein

Elefanten in KeniaDurch die Kolonialmächte Portugal, die Niederlande und die England, die den Elfenbeinhandel übernahmen, gab es eine erste folgenschwäre Änderung, die für ein Überangebot sorgte. Zu Ende des 19. Jahrhunderts wurden mehr als 800 Tonnen Elfenbein jährlich nach Europa eingeführt, wodurch dieses billiger wurde und industriell unter anderem in Billardkugeln, Dominosteinen, Spielwürfeln, Knöpfen, Schmuck, Gefäßen, Klaviertasten und Griffen aller Art verarbeitet wurden. 1984 wurden die getöteten Tiere auf 800.000 pro Jahr hochgerechnet.

Weitaus ernster ist die Entwicklung jedoch in der Gegenwart, da der Elefantenbestand inzwischen enorm dezimiert wurde. Schätzungen besagten, dass der Bestand zwischen 1979 und 2007 von 1,3 Millionen Elefanten auf nur noch 500.000 bis 700.000 gesunken ist. Die Ursache ist bei den Asiatischen Völkern, deren Mittelschichten zu Wohlstand gekommen sind sowie der permanent steigen enden Nachfrage aus dem Souvenirhandel zu finden. An dieser Stelle ein Umdenken zu erreichen und ein Entgegenwirken der Wilderei herbeizuführen, haben sich internationale Umwelt- und Tierschutzorganisatoren zur Aufgabe gemacht.




Der Handel mit Elfenbeil kann als beispiellose Ausplünderung eines ganzen Erdteils gesehen werden. Einst entfachten die europäischen Kolonialkräfte den Kampf um Afrikas Rohstoffe. Dieser ist heutzutage mit weiteren Beteiligten immer noch im Gange und wird in manchen Regionen zum Beispiel als Ursache für die steigende Zahl der gescheiterten Staaten und der Destabilisierung angesehen. Ausufernde Wilderei wird durch die beschädigte oder fehlende staatliche Ordnung begünstigt.

Über Jahrhunderte hinweg lag der Handel mit Elfenbein in den Händen arabischer und afrikanischer Kaufleute. Die Erschwernisse des Transports (Einbäume, Trägerkolonnen) und die archaischen Jagdmethoden (Fallgruben, Speer, Pfeil und Bogen) setzten dem Volumen des Handels natürliche Grenzen, da sie die Überjagung verhinderten. Mit den Europäern, die sowohl mit den Feuerwaffen in ihrer Waffentechnik, als auch im Schiffsbau (Karavelle) einen technologischen Vorsprung hatten, änderte sich dies. Nach ersten friedlichen und verhaltenen Schritten folgten schon bald Missionierung und Kolonisierung, sowie Verlagerung der Handelsplätze und die komplette Übernahme des Handels. London und Amsterdam entwickelten sich zu den Haupthandelsplätzen des Elfenbeins. Erst während des zweiten Weltkriegs verloren sie diesen Status wieder an Ostasien.

Legaler Handel

Als die Europäer den Handel mit Elfenbein dominierten, war weder die Rede von illegalem Handel, noch von Wilderei. Es galt alles als legal, was die Kolonialmächte taten. Sämtliche ihrer Unternehmungen waren auf Bereicherung angelegt, besonders die Überjagung, welche im 19. Jahrhundert eine starke Dezimierung des Elefantenbestandes mit sich brachte. Umdenken erfolgte erst nach dem auffälligen Schwund der Elefanten sowie der stets jünger werdenden Beute, was an den kleiner Stoßzähnen erkennbar war.

179 von 193 der Vereinigten Nation angehörigen Mitgliedstaaten unterzeichneten das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (kur CITES), welches unter anderem den Elfenbeinhandel einschränkt. Der Handel mit aus Elfenbein hergestellten Antiquitäten, welche vor dem 1.06.1947 hergestellt wurden, ist noch immer legal. allerdings muss die zuvor durch einen anerkannten Gutachter für Artenschutz in Form einer Bescheinigung bestätigt werden. Ferner gibt es in den verschiedenen einzelnen Staaten ein paar Ausnahmeregelungen- In Thailand darf zum Beispiel mit Elfenbein gehandelt werden, welches von den eigenen 4000 Zuchtelefanten asiatischer Herkunft stammt. Zudem ist seit 1999 unter Auflagen in den vier zu Südafrika gehörenden Staaten Simbabwe, Botswana, Republik Südafrika und Namibia der Handel mit Elfenbein erlaubt, da ihre Population an Elefanten als stabilisiert gilt.




2008 und 1999 durften diese vier Länder insgesamt 151 Tonnen des weißen Goldes an Händler aus China und Japan versteigern. Vor diesen Verkäufen hatten einige Artenschutzorganisationen gewarnt, da sie die Befürchtung hatten, das über diesen Weg auch gewildertes Elfenbein auf den Markt geschmuggelt werden könnte. Den Einschätzungen von Beobachtern zu Folge, war diese auch wirklich der Fall.

Illegaler Handel

In Gang gehalten wird der illegale Handel besonders durch den Schmuggel an gewildertem Elfenbein sowie der großen Nachfrage. Schmuggelware, welche vom Zoll unentdeckt bleibt und beim Empfänger ankommt, kann illegaler Weise als legales Elfenbein deklariert werden. So ist es möglich dieses im Empfängerland zu verarbeiten und zu handeln. Hier entfalten die internationalen Abkommen keine Wirkung. Was illegales Elfenbein betrifft, so gilt Hongkong als Haupthandlungsplatz. Was das gesamte Volumen des Schwarzmarktes betrifft, so kann man lediglich schätzen. Es wird jedoch angenommen, dass in etwa jede zehnte Lieferung von den Zollbehörden entdeckt wird.

CITES und EG-Bescheinigung

Bei der CITES handelt es sich um die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, was ins Deutsche übersetzt so viel wie Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen bedeutet. Dies ist eine internationale Konvention, die einen internationalen und nachhaltigen Handel mit den Pflanzen und Tieren, die in ihren Anhängen gelistet sind, gewährleisten soll. Man nennt sie auch Washingtoner Artenschutzübereinkommen (kurz WA), da sie nach dem Ort der Erstunterzeichnung benannt wurde. In die Souveränität eines Staates greift die CITES nicht ein, was bedeutet Vollzug und rechtliche Umsetzung den einzelnen Mitgliedsstaaten obliegen.

Die EG hat als Nicht-Vertragspartei die Schutz-Verordnung von wild lebenden Pflanzen- und Tierarten durch Handels-Überwachung erlassen. Diese hat in sämtlichen europäischen Mitgliedsstaaten Geltung und wird im Einklang dem Ankommen angewandt. Ausnahmen, die das Vermarktungsverbot betreffen, müssen formgebunden, also per EG-Bescheinigung erteilt werden. Wird ein Tier veräußert, so wird das Exemplar von der EG-Bescheinigung begleitet. Beim Verlust oder Tod des Tieres muss die EG-Bescheinigung als Original an die ausstellende Behörde zurückgeschickt werden.

Ursprungsbestimmung von Elfenbein

Elefant im Nationalpark
Elefant im Nationalpark

Um die Frage zu klären, woher die Tiere, von denen das Elfenbein stammt, ursprünglich herkamen, haben der WWF Deutschladen zusammen mit dem INCENTIVS (International Centre of Ivory Studies) eine Methode an der Uni Mainz getestet und entwickelt. Dieses Projekt wurde vom BfN (Bundesamt für Naturschutz) und dem BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) finanziert.

Ziel war und ist es, eine Methode zu entwickeln, die mittels einer Referenzdatenbank den Ursprung des Elfenbeins ermitteln. Dafür wurden aus CITES-Behörden, Museen und anderen Sammlungen 600 Elfenbeinproben aus sechs asiatischen und 24 afrikanischen Arealstaaten gesammelt sowie untersucht. Die Isotope, welche durch die Nahrung aufgenommen werden, werden während eines Elefantenlebens im Gewebe eingelagert, unter anderem auch in den Stoßzähnen. Informationen über die Klimazone und das Trinkwasser kann man den stabilen Isotopen aus Sauerstoff und Wasserstoff entnehmen. Die Stickstoff- und Kohlenstoffvarianten geben preis, welche Tier- und Pflanzenarten vorrangig gefressen wurden. Über den Boden erfahren die Wissenschaftler etwas durch die Schwefelisotope. Kombiniert man alle diese Informationen miteinander, kann man daraus schlussfolgern, von wo das Elfenbein ursprünglich stammt.

Strafen bei illegalen Handel

In Südafrika wird Wilderei mit bis zu zwölf Jahren Haft bestraft. Vergangenes Jahr nahm man 386 Wilderer fest, unter anderem auch Kuriere, Exporteure und Händler.

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